Geschäftskonto & das THEMA Schufa, BONITÄTSAUSKUNFT, BONITÄTSPRÜFUNG

Das verbirgt sich hinter Begriffen, das müssen Sie wissen und darauf achten!

Der Begriff „Bonitätsauskunft“ löst bei vielen Menschen ein ungutes Gefühl aus. Bonität und Schufa sind zumeist negativ besetzt – dabei ist dies in den meisten Fällen unbegründet. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was es mit der Bonitätsauskunft auf sich hat, wie Sie Ihren Bonitätsscore erfahren und was die Schufa eigentlich genau macht.

DAS MÜSSEN SIE ÜBER DIE BONITÄTSPRÜFUNG WISSEN

Die SCHUFA hat die Aufgabe, Vertragspartnern Informationen über die Kreditwürdigkeit von Kunden zu geben. - Quelle: Shutterstock.com

Sie kommt sowohl bei einem Autokredit als auch beim Rechnungskauf zum Einsatz: die Bonitätsprüfung. Egal ob Sie ein neues Auto kaufen, einen Handyvertrag abschließen oder sich im Internet etwas auf Rechnung bestellen: Der jeweilige Vertragspartner (Bank, Provider, Internet-Händler etc.) wird sich nach Ihrer Kreditwürdigkeit erkundigen. Dies tut er bei einer Auskunftei. Die bekannteste unter ihnen dürfte wohl die Schufa sein – sie ist aber nicht die einzige!

Der Vertragspartner bekommt so Informationen über Ihre Kreditwürdigkeit. Diese wiederum gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie die Rechnung oder den Kredit (ab)bezahlen. Aber: Nicht jede beliebige Organisation kann die Verbraucherdaten bei der Schufa abfragen. Dafür muss das jeweilige Unternehmen erst mit der Schufa kooperieren und ihrerseits Informationen an die Auskunftei liefern.  Zudem dürfen Unternehmen nicht ohne Grund eine Bonitätsprüfung durchführen. Dafür müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Es muss ein „berechtigtes Interesse“ an den Informationen bestehen.
  2. Der Verbraucher muss der Prüfung zustimmen.

ALLES ÜBER SCHUFA UND SCHUFA-SCORE

Schufa ist die Kurzform der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Sie ist die größte Wirtschaftsauskunftei und sammelt sämtliche Informationen und Daten über das Zahlungsverhalten von Verbrauchern. Laut Kredit-Kompass 2019 hat die Schufa knapp 9.500 Millionen Informationen zu 67,7 Millionen Deutschen vorliegen. Das sind so gut wie alle erwachsenen Menschen hierzulande. Ein Großteil davon hegt regelrechte Ängste vor der Auskunfttei. Dabei sind 90 Prozent der von der Schufa bewerteten Daten positiv.

ZU DEN GESAMMELTEN DATEN GEHÖREN:

  • Personendaten wie Name, aktuelle Adresse, frühere Anschrift, Geburtsort und -datum sowie Geschlecht
  • Leasingverträge, Konten, Kreditkarten und Darlehen
  • vollständig erstattete Kredite
  • Firmenanteile
  • Bürgschaften
  • unbestrittene oder mehrfach angemahnte Forderungen und deren Begleichung
  • Daten aus Schuldnerverzeichnissen
  • Angaben zu betrügerischem Verhalten

DIE BERECHNUNG DES SCHUFA-SCORES

Aus den oben aufgeführten Daten wird der sogenannte Schufa-Score berechnet. Der Schufa-Basisscore wird in Prozent angegeben und quartalsweise neu berechnet. Anhand des Scores werden Sie einer Klasse zu geordnet. Die Klassen gestalten sich wie folgt:

  • > 97,5 Prozent: sehr geringes Risiko
  • 95 bis 97,5 Prozent: geringes bis überschaubares Risiko
  • 90 bis 95 Prozent: zufriedenstellendes bis erhöhtes Risiko
  • 80 bis 90 Prozent: deutlich erhöhtes bis hohes Risiko
  • 50 bis 80 Prozent: sehr hohes Risiko
  • < 50 Prozent: sehr kritisches Risiko

Fällt der Score zu niedrig aus, besteht eine schlechte Bonität. Die Folgen: Wenn Sie als Selbstständiger ein Geschäftskonto eröffnen wollen, kann die Bank Ihnen dieses verwehren. Sie gelten für die Bank in diesem Fall als nicht kreditwürdig. Auch an einen Kredit zu kommen, dürfte mit einem geringen Score oder einem negativen Schufa-Eintrag schwer sein.

Wenn Ihnen die Bank trotz eines niedriges Schufa-Scores ein Geschäftskonto oder Kredit gewährt, werden Sie diesen aller Voraussicht nach nur unter sehr schlechten Bedingungen bekommen. Bei einem Bankkredit kann das Institut beispielsweise höhere Zinsen verlangen.

Tipp: Wenn Sie unbedingt ein Geschäftskonto brauchen, aber aufgrund des schlechten Schuf-Scores keines eröffnen können, schafft ein Geschäftskonto auf Guthabenbasis Abhilfe. Schufa-freie Online-Geschäftskonten werden unter anderem von Penta angeboten.

DAS RECHT AUF SELBSTAUSKUNFT

Als Privatperson haben Sie laut Artikel 15 DSGVO einmal im Jahr das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft. Um sich eine Selbstauskunft einzuholen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bei der Schufa können Sie einmal im Jahr eine kostenlose Datenkopie anfordern, die Ihnen per Post zugeschickt wird. Wenn Sie öfters auf die Schufa-Daten zugreifen möchten, können Sie sich bei der Schufa einen Account zulegen. Der kostet je nach gewähltem Abo zwischen vier und sieben Euro im Monat.

Bei anderen Auskunfteien wie Infoscore, Boniversum oder Crif Bürgel können Sie ebenfalls einmal im Jahr eine kostenlose Abfrage Ihrer Bonität starten. Dafür müssen Sie ein Online-Formular ausfüllen und dieses per Post oder E-Mail an die jeweilige Organisation schicken.

Unser Tipp: Holen Sie sich einmal im Jahr eine Selbstauskunft ein. Dadurch erfahren Sie Ihren Bonitätsscore und können die gesammelten Informationen auf Ihre Richtigkeit prüfen. Das ist wichtig, vor allem als Geschäftsperson, weil falsch vorliegende Informationen keine Seltenheit sind.

Die Schufa ist dazu verpflichtet, falsche Daten umgehend zu berichtigen. Zudem werden sämtliche Daten nur über einen bestimmten Zeitraum gespeichert. Ist dieser abgelaufen, werden die gesammelten Informationen gelöscht. Somit kann ein ehemals negativer Schufa-Score irgendwann wieder positiv ausfallen.

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